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Stets beginnend zum Wintersemester bietet die Folkwang Universität der Künste den zweijährigen Masterstudiengang „Photography Studies and Research“ an, der sich an alle wendet, die ein kritisches Nachdenken über Fotografie fasziniert.... more
Stets beginnend zum Wintersemester bietet die Folkwang Universität der Künste den zweijährigen Masterstudiengang „Photography Studies and Research“ an, der sich an alle wendet, die ein kritisches Nachdenken über Fotografie fasziniert. Vermittelt und erworben werden sollen in diesem Masterprogramm grundlegende Kenntnisse zu der inzwischen fast zweihundertjährigen Geschichte des Bildmediums, zur unterdessen weit verzweigten Fototheorie, nicht zuletzt aber auch zu praktischen Grundlagen verschiedener fotografischer Verfahren und Technologien.

Dieser Studiengang ist die eine Hälfte innerhalb eines Tandems von zwei sich ergänzenden Masterprogrammen: „Photography Studies and Practice“ (künstlerisches Studium) und „Photography Studies and Research“ (wissenschaftliches Studium). In diesem Tandem wird ein fortgesetztes gemeinsames Gespräch zu historischen wie neuen Formen des Fotografischen ermöglicht.

Die Bewerbungsfrist für das Wintersemester 2020/2021 ist der 31. Mai 2020.

Ausführliche Informationen:
Web: folkwang-uni.de/fotografie
Facebook: Photography Studies Radar
Mail: tgf@folkwang-uni.de
Research Interests:
Die Beiträge dieses Themenhefts vermessen einen bislang nur wenig beachteten Forschungsbereich: die Ästhetik der Skalierung. Ob in Texten oder Bildern, Tönen oder Performances – ästhetische Phänomene lassen sich anhand eines Spektrums... more
Die Beiträge dieses Themenhefts vermessen einen bislang nur wenig beachteten Forschungsbereich: die Ästhetik der Skalierung. Ob in Texten
oder Bildern, Tönen oder Performances – ästhetische Phänomene lassen
sich anhand eines Spektrums skalieren, das von 'minimal' bis 'maximal'
reicht. Von kurz bis lang, klein bis groß, leise bis laut, langsam bis schnell
lässt sich aus dieser Perspektive eine Vielzahl künstlerischer Phänomene
mit großem Erkenntnisgewinn betrachten. Wesentlich ist die mit dem
Begriff der Skalierung aufgerufene Vorstellung einer stufenweisen Entfaltung, das heißt einer graduellen Quantifizierung in Raum und Zeit:
In zwölf Untersuchungen werden diese Möglichkeiten anhand verschiedener Künste seit der frühen Moderne bis in die unmittelbare Gegenwart in den Blick genommen und die Potenziale von Kompression und Amplifikation diskutiert.
„Nicht mehr lesen! Sehen!“ hatte Johannes Molzahn 1928 von seinen Zeitgenossen gefordert und meinte damit die immer größere Bedeutung der Fotografie. Doch hatte Molzahn zugleich ein Programmwort formuliert, das nicht die Gegenwart des... more
„Nicht mehr lesen! Sehen!“ hatte Johannes Molzahn 1928 von seinen Zeitgenossen gefordert und meinte damit die immer größere Bedeutung der Fotografie. Doch hatte Molzahn zugleich ein Programmwort formuliert, das nicht die Gegenwart des Mediums betraf, sondern seine Vergangenheit. Über Ursprünge und Entwicklung der Fotografie wurden bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gründliche Geschichtswerke geschrieben. Eines jedoch blieb stets unterbelichtet: das fotografische Bild. Lesen ließen sich solche Fotogeschichten als ausgedehnte Berichte über Entdecker und Erfinder, über Apparate, Technologien und Anwendungsfelder. Nur zu sehen gab es hier erstaunlich wenig. In den späten 1920er Jahren aber verwandelte sich diese Situation vollständig: In rascher Folge erschienen Bücher zur Bildgeschichte der Fotografie. Ob als Tafelwerk oder Broschüre – entdecken konnte das Publikum in solchen Büchern die „alte Fotografie“. In seinem Essay untersucht der Fotohistoriker Steffen Siegel die Gründe für diesen Wandel, er fragt nach Formen und Funktionen der Buchgestaltung und stellt die wichtigsten Publikationen vor. Zu ihnen gehören Bände wie „Aus der Frühzeit der Photographie“ von Helmuth Bossert und Heinrich Guttmann, „Die alte Photographie“ von Camille Recht, William Shepperleys „A History of Photography“ und Erich Stengers „Die Photographie in Kultur und Technik“, Raymond Lécuyers „Histoire de la photographie“ und nicht zuletzt Beaumont Newhalls „Photography, 1839–1937“, der als Katalog für eine Ausstellung im Museum of Modern Art gedacht war und sich rasch als Standardwerk durchsetzen konnte.
An exact date for the invention of photography is evasive. Scientists and amateurs alike were working on a variety of photographic processes for much of the early nineteenth century. Thus most historians refer to the year 1839 as the... more
An exact date for the invention of photography is evasive. Scientists and amateurs alike were working on a variety of photographic processes for much of the early nineteenth century. Thus most historians refer to the year 1839 as the "first" year of photography, not because the sensational new medium was invented then, but because that is the year it was introduced to the world. After more than 175 years, and for the first time in English, "First Exposures. Writings from the Beginning of Photography" brings together more than 130 primary sources from that very year – 1839 – subdivided into ten chapters and accompanied by fifty three images of significant visual and historical importance. This is an astonishing work of discovery, selection, and – thanks to Steffen Siegel's introductory texts, notes, and afterword – elucidation. The range of material is impressive: not only all the chemical and technological details of the various processes but also contracts, speeches, correspondence of every kind, arguments, parodies, satires, eulogies, denunciations, journals, and even some poems. Revealing through firsthand accounts the competition, the rivalries, and the parallels among the various practitioners and theorists, this book provides an unprecedented way to understand how the early discourse around photographic techniques and processes transcended national boundaries and interconnected across Europe and the United States.
Research Interests:
„Es ist“, so schrieb Alexander von Humboldt Ende Februar 1839 an Carl Gustav Carus, „eine der erstaunenswürdigsten Entdeckungen neuerer Zeit.“ Sieben Wochen zuvor war in Paris die Daguerreotypie öffentlich vorgestellt geworden – und mit... more
„Es ist“, so schrieb Alexander von Humboldt Ende Februar 1839 an Carl Gustav Carus, „eine der erstaunenswürdigsten Entdeckungen neuerer Zeit.“ Sieben Wochen zuvor war in Paris die Daguerreotypie öffentlich vorgestellt geworden – und mit ihr zum ersten Mal die Möglichkeit, fotografische Bilder herzustellen. Die Nachrichten von dieser Erfindung verbreiteten sich in Windeseile in aller Welt. Und sie forderten weitere Erfinder dazu heraus, ihre eigenen fotografischen Forschungen öffentlich zu machen. Damit war es im Jahr 1839 erstmals einer breiten Öffentlichkeit möglich, diese in der Tat „erstaunenswürdigsten“ Bilder selbst in Augenschein zu nehmen.

Zugleich ist es das Jahr, in dem sich das Nachdenken und Sprechen über die Fotografie formieren. Die in diesem Band versammelten Texte geben die Bahnen vor, auf denen sich fortan die Diskurse zur Fotografie bewegen. Im ersten öffentlichen Jahr der Fotografie galt es, für diese neuen Bilder Metaphern zu finden, Vergleiche herzustellen, Begriffe zu prägen und Argumentationen auszubilden; kurz: Standards des Sprechens über das Fotografische zu prägen. Formuliert werden dabei weit ausgreifende Phantasien, aber auch ernsthafte Befürchtungen. Und stets ging es hierbei um nichts weniger als die Zukunft der Bildenden Kunst.
Vor gut zwei Jahrzehnten schien es schlecht um die Fotografie bestellt zu sein. Von ihrem Ende war die Rede, ja sogar von ihrem Tod. Heute jedoch sind fotografische Bilder so präsent wie noch nie zuvor. Denn mit ihrem Eintritt in ein... more
Vor gut zwei Jahrzehnten schien es schlecht um die Fotografie bestellt zu sein. Von ihrem Ende war die Rede, ja sogar von ihrem Tod. Heute jedoch sind fotografische Bilder so präsent wie noch nie zuvor. Denn mit ihrem Eintritt in ein digitales Zeitalter hat sich die Gegenwart des Fotografischen auf bemerkenswerte Weise ausgedehnt und intensiviert.
In seiner grundlegenden Studie nimmt Steffen Siegel Kontinuitäten wie Brüche zwischen analogen und digitalen Belichtungen in den Blick. Anhand künstlerischer Fotografien aus den zurückliegenden vierzig Jahren werden hierbei zentrale Fragen einer Ästhetik dieses Bildmediums diskutiert.
Kritisch betrachtet werden international prominente Positionen der jüngeren Fotogeschichte, unter ihnen Jeff Wall und Andreas Gursky, Ugo Mulas und Duane Michals, Timm Rautert und Thomas Struth. Vorgestellt und erstmals eingehend untersucht werden aber auch jüngst entstandene fotografische Werke, unter anderem von Philipp Goldbach und Adrian Sauer, Idris Khan und Sebastian Stumpf, Shizuka Yokomizo und Frank Höhle.
Aus gutem Grund hat sich die Kunstkritik angesichts von Jeff Walls künstlerischem OEuvre in besonderer Weise für Strategien der Inszenierung interessiert. Doch sollte die Ästhetik inszenierter Fotografie nicht allein anhand von Walls... more
Aus gutem Grund hat sich die Kunstkritik angesichts von Jeff Walls künstlerischem OEuvre in besonderer Weise für Strategien der Inszenierung interessiert. Doch sollte die Ästhetik inszenierter Fotografie nicht allein anhand von Walls fotografischen Großtableaus diskutiert werden. Es ist vielmehr jene Vielzahl von Texten, die der Fotograf als Kunstkritiker und Interviewpartner fortgesetzt veröffentlicht, die als zweite, gleichberechtigte Seite eines Diptychons aus Bildern und Texten ernstgenommen werden
muss. Eine Kritik der von Wall verfolgten Strategie der Inszenierung verlangt daher, wie Steffen Siegel in seinem Essay zeigt, zwei aufeinander bezogene Wahrnehmungsweisen: Betrachtung und Lektüre.
Wissen, so lautet die unausgesprochene Maxime der Humanisten und Polyhistoren der Frühen Neuzeit, kann man nie genug erwerben. Riesige Bibliotheken und Kunstkammern, voluminöse Abhandlungen, Geschichtswerke und Enzyklopädien geben noch... more
Wissen, so lautet die unausgesprochene Maxime der Humanisten und Polyhistoren der Frühen Neuzeit, kann man nie genug erwerben. Riesige Bibliotheken und Kunstkammern, voluminöse Abhandlungen, Geschichtswerke und Enzyklopädien geben noch heute eindrucksvoll Rechenschaft von dieser Leidenschaft. Doch wächst mit der Größe jeder Sammlung die Notwendigkeit ihrer Ordnung. Im Zentrum von Steffen Siegels Untersuchung zur frühneuzeitlichen Wissensgeschichte stehen nicht die vielfältig überlieferten Texte, sondern insbesondere Schautafeln und Bildallegorien, wissenschaftliche Illustrationen, Diagramme und Karten. Möglichen Ordnungen des Wissens werden so anhand einer faszinierenden Vielfalt von Bildern übergreifend analysiert.
Eines der reichsten Dokumente im Dienst der Wissensgeschichte, das von Christophe de Savignys verfasste Tafelwerk „Tableaux“, wird zum ersten Mal seit seiner Publikation im Jahr 1587 vollständig und in einer farbigen Reproduktion wieder zum Druck gebracht. Der systematische Zusammenhang von Ordnungen des Wissens und Ordnungen der Sichtbarkeit wird anhand dieses für die frühneuzeitliche Gelehrtenkultur äußerst repräsentativen Tafelwerks in hervorragender Weise verständlich.
Die Fülle des Wissens und die Möglichkeiten seiner Ordnung werden dabei als Herausforderungen sichtbar, die in gleicher Weise das Interesse der Kunstgeschichte und der Kulturwissenschaft, der Wissenschafts- und Pädagogikgeschichte und der Philosophie berühren.
Seit jeher haben Menschen gestaltet. Kaum eine Handlungsweise lässt sich in so allgemeinem Sinn auffassen, zugleich aber auf so Unterschiedliches beziehen: Wir gestalten nicht allein Objekte, sondern auch die uns umgebenden Räume, unsere... more
Seit jeher haben Menschen gestaltet. Kaum eine Handlungsweise lässt sich in so allgemeinem Sinn auffassen, zugleich aber auf so Unterschiedliches beziehen: Wir gestalten nicht allein Objekte, sondern auch die uns umgebenden Räume, unsere Umwelt, unsere Beziehungen untereinander. So pauschal sich solche Redeweisen bei erstem Hinhören ausnehmen, ebenso deutlich bringen sie zugleich zum Ausdruck, wie grundlegend gestalterische Praktiken tatsächlich sind.
Gerade zu jener Zeit, da die ersten fotografischen Verfahren in Umlauf kamen, zogen auch Fragen der Gestaltung ein erneuertes Interesse auf sich . Als ein Neologismus kommt das aus der italienischen Kunsttheorie entlehnte Wort ‚design‘ zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Umlauf (neben dieser englischen Version existierte lange auch die französische Variante ‚dessin‘). Dabei zeichnet sich ein wichtiger Schritt in der Geschichte der Gestaltung ab. Verbunden sind hiermit spannungsvolle Vorstellungen von Formgebung, denen sich auch die Fotografie von Anbeginn an ausgesetzt sah. Fotografische Bilder wie Designobjekte stehen in enger Verbindung zur, massenindustriellen Produktion. Auf besonders prägnante Weise sind sie sichtbarer Ausdruck der (früh-)kapitalistischen Moderne. Doch geben beispielhaft sowohl der Piktorialismus als auch das Arts and Crafts Movement zu erkennen, dass Fotograf*innen wie Designer*innen eine große Nähe zu individuell-handwerklicher Arbeit und künstlerischem Anspruch suchen konnten.
Auch im Lauf des 20. Jahrhunderts haben sich solche Spannungen keineswegs aufgelöst. Anhand verschiedener Gegenstände untersuchen die Beiträge unseres Themenheftes „Fotografie und Design“ vielmehr, in welcher Weise sich industrielle und künstlerische Produktionsweisen miteinander vermitteln ließen. Reproduktion ist hierbei ein konzeptueller Schlüssel, um die beiden von uns im Titel des Heftes verkoppelten Begriff miteinander in Beziehung zu setzen. Die von uns in den Blick genommenen Jahrzehnte zwischen 1920 und 1970 lassen sich als ein Zeitalter der Masse beschreiben: Lange vor den uns heute so machtvoll prägenden Phänomenen der Digitalisierung entfalteten sich  die weit älteren Prozesse der Industrialisierung und der Globalisierung auf eine bis dahin nicht gekannte Weise. Zu Massenproduktion und Massenabsatz treten neue Massenmedien und neue Formen der Massenkommunikation.
Kein Zufall ist es daher, dass die designgeschichtliche Forschung danach fragt, in welcher Weise sich hierdurch die Gestaltung von Alltags- und Gebrauchsgegenständen, von Architektur und Wohnräumen, von bildhaften Mitteilungen und Kommunikationsdesign verändert hat. Aus unserer Sicht wurde aber viel zu selten danach gefragt, welche Rolle fotografische Bilder in solchen Prozessen spielten. Zunächst einmal sind Fotografien ihrerseits Gegenstände der Gestaltung.  Die durch Josef Maria Eder betriebene Gründung der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien verdankt sich nicht zuletzt dieser einfachen Tatsache. Noch immer existiert an zahlreichen Hochschulen das Unterrichtsfach „Fotodesign“. Sodann aber steht mit Fotografien ein Medium zur Verfügung, mit dessen Hilfe sich die gesamte Vielfalt des Designs nicht allein zeigen und vermitteln, bewerben und vermarkten, sondern nicht zuletzt auch kritisch reflektieren lässt. Beschrieben ist damit die Reichweite der hier versammelten Beiträge. Ihnen allen gemeinsam ist ein doppelter Blick auf die Fotogeschichte des Designs: Wir interessieren uns für Fotografien der Gestaltung wie auch für Fotografien als Gestaltung. Beide Aspekte lassen sich nicht voneinander trennen.
Mit den insgesamt fünf Beiträgen wird ein thematischer Bogen geschlagen, der vom Deutschen Werkbund bis zur Ulmer Hochschule für Gestaltung reicht. Hierbei kommen Designobjektesehr unterschiedlicher Art in den Blick: Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarfs (vom Salzstreuer bis zum Stahlrohrmöbel), Innenräume von Wohnungen, Zeigeordnungen von Ausstellungen, das Kommunikationsdesign einer internationalen Großveranstaltung. Ähnlich weit gespannt ist hierbei das Spektrum an Medien, in denen sich das Verhältnis von Fotografie und Design beobachten lässt: Wir untersuchen Zeitschriften und Bücher, Plakate, Broschüren und Postkarten, schließlich auch Ausstellungspanels und Kataloge. Gerade anhand einer solchen Breite wird deutlich, wie wesentlich sowohl Fotografien als auch Designobjekte für die soziale Interaktion sind. Gerade weil die Geschichte der kulturellen Moderne durch das Zusammenspiel von Fotografie und Design so nachdrücklich geprägt worden ist, wollen wir mit dem vorliegenden Themenheft dazu einladen, dieser Interaktion künftig noch größere Beachtung zu schenken.
Über die Fotografie wurde immer schon geschrieben. Das Nachdenken und Schreiben über Fotografie hatte stets einen vielsprachigen, internationalen Charakter, fand also im Plural statt. Aus diesem Grund lässt dieses Heft eine Reihe... more
Über die Fotografie wurde immer schon geschrieben. Das Nachdenken und Schreiben über Fotografie hatte stets einen vielsprachigen, internationalen Charakter, fand also im Plural statt. Aus diesem Grund lässt dieses Heft eine Reihe wichtiger Autorinnen und Autoren im O-Ton zu Wort kommen. ln Interviews und Fragebögen erzählen sie, wie sich ihr Blick auf die Fotografie geformt und verändert hat. Sie berichten, wie – je nach Interessenslagen und gesellschaftlichen Konjunkturen – unterschiedliche Fotografen, Entwicklungen und Epochen in den Blick der Forschung gerieten oder wieder aus dem Blickfeld verschwanden. Sie erzählen, wie Thesen diskutiert, kritisiert und oft auch wieder verworfen wurden. Die Summe all dieser unterschiedlichen Stimmen vermittelt einen lebendigen, autobiografisch gefärbten Einblick in die Werkstatt der Fotografiegeschichte.
It may sound strange at first; the combination of words just doesn’t seem to fit properly: Playing the Photograph. And it is supposed to. Unlike “Photography and Play”, the interest of this PhotoResearcher in “Playing the Photograph” does... more
It may sound strange at first; the combination of words just doesn’t seem to fit properly: Playing the Photograph. And it is supposed to. Unlike “Photography and Play”, the interest of this PhotoResearcher in “Playing the Photograph” does not suggest having a definite answer to the multitude of such questions. Playing, here, is not supposed to point to a self-contained field of study that intercepts with that of photography. Instead, the articles in this issue direct our gaze to the diversity of sometimes rivalling understandings of play – be they aleatoric or strategic, childish or subversive – and they ask what practices of photographic play could look like.
Zwischen der Psychologie, die dem Unsichtbaren und der Fotografie, die dem Sichtbaren verpflichtet ist, gibt es vielfältige Zusammenhänge. Insbesondere die medien- und wissenschaftshistorischen Verbindungen zwischen der Psychologie und... more
Zwischen der Psychologie, die dem Unsichtbaren und der Fotografie, die dem Sichtbaren verpflichtet ist, gibt es vielfältige Zusammenhänge. Insbesondere die medien- und wissenschaftshistorischen Verbindungen zwischen der Psychologie und der Fotografie wurden bisher noch wenig untersucht. Mit genau diesen Aspekten beschäftigt sich das vorliegende Themenheft. In ausgewählten Fallstudien gehen die Autorinnen und Autoren unter anderem der Frage nach, wie sich zwischen dem späten 19. und dem mittleren 20. Jahrhundert – unter Zuhilfenahme von Fotografien – die modernen psychologischen Wissenschaften als eine Lebenswissenschaft formierten.


David Keller, Steffen Siegel: Fotografie und Psychologie. Vorbemerkungen zu einer Bildmediengeschichte der psychologischen Wissenschaften

Beatriz Pichel: Die Psychologie des Lächelns bei Georges Dumas. Eine fotogeschichtliche Studie

Sigrid Leyssen: Postkarten aus dem psychologischen Labor. Fotografische Lichtlinien als visuelle Synthesen

David Keller: Der Ausdruck der Persönlichkeit. Fotografische Medien als Instrumente der charakterologischen Diagnostik in den 1930er Jahren

Lisa Schreiber: Gefühls-Montagen. Fotografisch-psychologische Praktiken der Aufzeichnung von Emotionen bei Paul Ekman
Unter Variation des Titels der maßgebenden Studie "Das selbstbewusste Bild. Vom Ursprung der Metamalerei" (auf deutsch 1998 erschienen) sollen die fünf Beiträge dieses Themenheftes von "Fotogeschichte" an die von Victor I. Stoichita... more
Unter Variation des Titels der maßgebenden Studie "Das selbstbewusste Bild. Vom Ursprung der Metamalerei" (auf deutsch 1998 erschienen) sollen die fünf Beiträge dieses Themenheftes von "Fotogeschichte" an die von Victor I. Stoichita aufgeworfenen Fragen einer Verständigung über Bilder in Bildern anschließen und danach fragen, was bildanalytische Fotografie sein kann und was sie leisten soll. In den Blick gelangen hierbei wichtige künstlerische Positionen, die sich selbst als ,bildanalytisch‘ verstanden haben: Mel Bochner und Jan Dibbets gehören hierzu, aber auch Christopher Williams, Ugo Mulas und Timm Rautert. Befragt werden aber auch künstlerische Fotografien von Tue Greenfort, Edgar Lissel, Harald Fuchs oder Wolfgang Tillmans, deren Werke bislang noch nicht in diesem Kontext untersucht worden sind. Stets steht hierbei die Frage nach die Theoriefähigkeit der Fotografie in eigener Sache im Mittelpunkt.
Die bildanalytische Kraft der Fotografie ernst zu nehmen, muss daher beinahe zwangsläufig bedeuten, wenigstens in einem Beitrag die in einer wissenschaftlichen Zeitschrift übliche Rangordnung von Text und Bild umzukehren. Das Portfolio, das jüngst entstandene Arbeiten des Leipziger Fotokünstlers Adrian Sauer zeigt, stößt die Tür zur digitalen Bildlichkeit weit auf und erweitert das Nachdenken über die Bildanalytische Fotografie mit Nachdruck um diese neuen technologischen Bedingungen des Mediums.
Wissenschaftliche Experimente haben die Geschichte der Fotografie nicht allein fortgesetzt begleitet. Vielmehr lässt sich die Entwicklung der fotografischen Techniken, wie in diesem Themenheft am Beispiel von Forschern wie Biot,... more
Wissenschaftliche Experimente haben die Geschichte der Fotografie nicht allein fortgesetzt begleitet. Vielmehr lässt sich die Entwicklung der fotografischen Techniken, wie in diesem Themenheft am Beispiel von Forschern wie Biot, Becquerel, Herschel, Lenard oder Blondlot gezeigt wird, ohne den Einfluss wissenschaftlicher Experimentalpraktiken gar nicht denken. Keinesfalls zufällig sind es die fotografischen Bilder selbst, die rasch zum prominenten Gegenstand des naturwissenschaftlichen Experiments werden. Denn um solche Bilder als nützliche Instrumente in den Laborkontext einführen zu können, müssen diese ihrerseits zunächst besser verstanden werden. Was genau die durch Fotografien hergestellte Sichtbarkeit gegenüber älteren Bildmedien auszeichnet, dies bleibt die Schlüsselfrage an eine im 19. Jahrhundert noch junge Form der Bildlichkeit. Fotografien gedanklich durchdringen zu wollen, heißt, sie aus dem Prozess ihrer Entstehung heraus betrachten zu müssen.
Fotografie und Psychologie befinden sich – so jedenfalls will es auf den ersten Blick scheinen – in denkbar weitem Abstand zueinander. Wer fotografiert, inte-ressiert sich für die sichtbare Welt. Fotografien sind machtvolle Instrumente... more
Fotografie und Psychologie befinden sich – so jedenfalls will es auf den ersten Blick scheinen – in denkbar weitem Abstand zueinander. Wer fotografiert, inte-ressiert sich für die sichtbare Welt. Fotografien sind machtvolle Instrumente zur Aneignung und Interpretation einer Wirklichkeit, die wir mit unseren Augen er-fahren und erleben. Bei der Psychologie hingegen handelt es sich um eine wis-senschaftliche Disziplin, die sich gerade für das interessiert, was sich nicht sehen lässt. Das ‚Innere’ eines Menschen, das heißt seine Gefühle und Absichten wer-den auf dem Weg psychologischer Untersuchungen erkundet und gedeutet.

Doch teilen, historisch betrachtet, Fotografie und Psychologie dieselbe Herkunft: Ihre Wurzeln reichen zurück bis in das frühe 19. Jahrhundert; beide haben auf ganz wesentliche Weise Anteil an der Geschichte der frühen Moderne. Im Bild-medium wie in der wissenschaftlichen Disziplin zeichnet sich ein neues Verhältnis zur Welt, zu seiner Erfahrung, Aneignung und Deutung ab. Auf dem Weg der fo-tografischen Erfassung wie auch in Prozessen psychologischer Erforschung ge-winnt die Vorstellung vom Menschen ganz neue und weit schärfere Konturen.

Die Ausstellung „Inside Out – Psychologie und Fotografie“ möchte künstlerische Bilder in den Mittelpunkt stellen, die die spannungsvolle Verbindung äußerer wie innerer Dimensionen des Menschen in besonderer Weise ernst nehmen. Gefragt werden soll nach dem Zusammenhang von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. An-hand ausgewählter Werke sollen die Möglichkeiten einer Lektüre des dem Auge Entzogenen erkundet werden. Das Psychische, so die hierbei verfolgte These, bewegt sich im fotografischen Medium zwischen Subjekt und Objekt: Es konstitu-iert sich in der Beziehung zwischen Bild und Betrachter.

Sowohl die Fotografie als eine bildmediale Praxis als auch die Psychologie als ei-ne bestimmte Form der Erkenntnisproduktion bewegen sich auf der Grenze zwi-schen dem Professionellen und dem Populären. Beide sind Gegenstand der Ex-pertenkultur in Kunst wie Wissenschaft; und zugleich sind beide fest verankert in ganz alltäglichen Kontexten unseres Handelns. Für die Frage nach dem Zusam-menhang von ‚Außen’ und ‚Innen’, von ‚Sichtbarkeit’ und ‚Unsichtbarkeit’ bleibt dies nicht ohne Folgen: Eine Ausstellung, die nach künstlerischen Deutungen die-ses Verhältnisses fragt, wird mit beidem zu rechnen haben: Spezialistentum wie Trivialisierung, Originalität wie Klischee.

Gerade dieses Nebeneinander sehr unterschiedlicher Formen der Auseinander-setzung soll die Ausstellung ernst nehmen und kritisch befragen. Welche ästheti-schen Strategien lassen sich unterscheiden, um Vorstellungen über das Psychi-sche auszudrücken und auf diese zu reagieren? Und welchen Anteil haben wir selbst, die Betrachterinnen und Betrachter von Fotografien, um das in Frage ste-henden ‚Innere’ eines Menschen im Bild selbst zu konstituieren? Kurz: Welche Wege haben Künstlerinnen und Künstler eingeschlagen und wie können wir selbst auf dem Weg der Betrachtung und Deutung von Bildern dazu beitragen, um zwei so gegensätzlich erscheinende Dinge wie Fotografie und Psychologie produktiv aufeinander zu beziehen?
Universitäten sind Orte des Lehrens, Lernens und Forschens – nicht zuletzt aber auch des Sammelns. Mit der Vielfalt universitärer Sammlungsobjekte verbindet sich eine Wissenskultur von hohem Wert. Diese besser zu verstehen ist das Ziel... more
Universitäten sind Orte des Lehrens, Lernens und Forschens – nicht zuletzt aber auch des Sammelns. Mit der Vielfalt universitärer Sammlungsobjekte verbindet sich eine Wissenskultur von hohem Wert. Diese besser zu verstehen ist das Ziel der Schriftenreihe „Laborberichte“.
Auch Objekte haben eine Biographie. Zwischen Herstellung und Verfall durchlaufen materielle Artefakte verschiedene Stadien. Hierbei wandeln sich Besitzer und Funktionen der Objekte, es verändert sich ihre Bedeutung und nicht zuletzt auch... more
Auch Objekte haben eine Biographie. Zwischen Herstellung und Verfall durchlaufen materielle Artefakte verschiedene Stadien. Hierbei wandeln sich Besitzer und Funktionen der Objekte, es verändert sich ihre Bedeutung und nicht zuletzt auch ihr Wert. Nimmt man Objekte nur genau genug in den Blick, erschließen weit verzweigte und vielschichtige Geschichten. Sie können anhand von Objektbiographien erzählt werden. Erstmals vorgelegt wird mit dem Arbeitsbuch eine Einführung in die Textsorte der Objektbiographie. Untersucht und kritisch diskutiert werden ihr Vorkommen und ihre Bedeutung in Wissenschaft, Ausstellungswesen, Journalismus und Literatur. Anhand eines ausführlich dokumentierten Beispiels wird ein praktischer Leitfaden zum Schreiben von Objektbiographien an die Hand gegeben. Reflektiert werden auch hierbei die didaktischen Möglichkeiten für die Universitätslehre und für den Einsatz der Objektbiographie im Kreativen Schreiben.
Eisenschwert, Fibel, Silexpfeilspitze, Armring, Kochgeschirr, Sichelklinge, Bronzenadel, Keramikurne und eine Vielzahl weiterer Objekte gehören zur Sammlung am Bereich für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena.... more
Eisenschwert, Fibel, Silexpfeilspitze, Armring, Kochgeschirr, Sichelklinge, Bronzenadel, Keramikurne und eine Vielzahl weiterer Objekte gehören zur Sammlung am Bereich für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die seit 150 Jahren systematisch aufgebaute Lehr- und Forschungssammlung bietet damit einzigartige Studienmöglichkeiten. Mit diesem Band werden nicht nur wichtige Objekte zur Ur- und Frühgeschichte des mittleren Saaletals vorgestellt, sondern auch Einblicke in die archäologische Lehr- und Forschungspraxis gewährt.
Gipsabgüsse, Diapositive, Postkarten, grafische Blätter und fotografische Abzüge – Dinge wie sie an jeder Universität zu finden sind. Die Beiträge dieses Bandes rücken solche Objekte der Kunstvermittlung in den Fokus der Betrachtung.... more
Gipsabgüsse, Diapositive, Postkarten, grafische Blätter und fotografische Abzüge – Dinge wie sie an jeder Universität zu finden sind. Die Beiträge dieses Bandes rücken solche Objekte der Kunstvermittlung in den Fokus der Betrachtung. Interpretiert werden sie hierbei als materielle Träger historischer wie gegenwärtiger Wissenskulturen.
In der ständisch geordneten Gesellschaft der Frühen Neuzeit besaßen Professoren eine herausgehobene Stellung. Damit diese ohne Worte für jeden sichtbar wurde, gestanden die Obrigkeiten des Alten Reiches promovierten Gelehrten besondere... more
In der ständisch geordneten Gesellschaft der Frühen Neuzeit besaßen Professoren eine herausgehobene Stellung. Damit diese ohne Worte für jeden sichtbar wurde, gestanden die Obrigkeiten des Alten Reiches promovierten Gelehrten besondere Kleidungsprivilegien zu. Wie aber wurde damit umgegangen? Wie standesbewusst waren die Professoren? Wie präsentierten sie? Die Sammlung Jenaer Professorenbildnisse erlaubt einen faszinierenden Einblick in diese Praxis der Repräsentation.
Für rund zwei Jahrhunderte war die Kategorie der Rasse ein wichtiges Instrument, mit dem sich die Welt vermeintlich wissenschaftlich ordnen und erklären ließ. In den Sammlungsbeständen der Universität Jena finden sich zahlreiche Objekte,... more
Für rund zwei Jahrhunderte war die Kategorie der Rasse ein wichtiges Instrument, mit dem sich die Welt vermeintlich wissenschaftlich ordnen und erklären ließ. In den Sammlungsbeständen der Universität Jena finden sich zahlreiche Objekte, die auf diese Idee der Rasse verweisen – unter anderem in der Anatomischen Sammlung, dem Phyletischen Museum, dem Ernst-Haeckel-Haus und in den Beständen der Jenaer Anthropologie. Untersucht werden fünfzehn dieser Objekte: vom Zwischenkieferknochen eines Walrosses bis zur Lehrmittelsammlung „Rassenhygiene“.
Die Lebenswissenschaften zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt von Objekten für die Lehre aus. Mikro- und Makropräparate, großformatige Lehrtafeln sowie Modelle finden sich noch heute in Hörsälen und Praktikumsräumen. Nicht... more
Die Lebenswissenschaften zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt von Objekten für die Lehre aus. Mikro- und Makropräparate, großformatige Lehrtafeln sowie Modelle finden sich noch heute in Hörsälen und Praktikumsräumen. Nicht selten stehen sie jedoch kurz vor ihrer Aussonderung. Nur wenig ist über die Nutzung solcher Lehrobjekte bekannt. Untersucht wird ihre Bedeutung aus kulturwissenschaftlicher Perspektive in diesem Band am Beispiel der Biologie. Zu Wort kommen hierbei auch Akteure aus der Praxis. Das Ergebnis ist eine außergewöhnliche Sammlung von Essays zu einem bisher kaum dokumentierten universitären Alltag.
Während die Arbeit mit Objekten in vielen Fächern zum Forschungsalltag gehört, stellt dies in der universitären Lehre oft eine Herausforderung dar. Die Auseinandersetzung mit Sammlungsobjekten erfordert besondere Methoden und spezielle... more
Während die Arbeit mit Objekten in vielen Fächern zum Forschungsalltag gehört, stellt dies in der universitären Lehre oft eine Herausforderung dar. Die Auseinandersetzung mit Sammlungsobjekten erfordert besondere Methoden und spezielle Lehrformate. Sowohl Studierende als auch Lehrende betreten hierbei ein bislang wenig erschlossenes Terrain. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes diskutieren in ihren Beiträgen die Möglichkeiten einer künftigen Sammlungsdidaktik. Sie wollen Impulse geben, wie sich Objekte als materielle Träger wissenschaftlicher Fachkulturen auch im Rahmen des universitären Unterrichts erschließen lassen. Verknüpft werden konzeptionelle Überlegungen und Berichte zu bereits realisierten Seminaren mit vielfältigen Hinweisen für eine künftige akademische Lehrpraxis.
Die Zoogeographie beschäftigt sich mit der Verbreitung der Tiere auf der Erde. Karten sind hierbei das anschaulichste Medium, um das Forschungsfeld dieser biologischen Teildisziplin zu dokumentieren. Doch verwahren naturkundliche Museen... more
Die Zoogeographie beschäftigt sich mit der Verbreitung der Tiere auf der Erde. Karten sind hierbei das anschaulichste Medium, um das Forschungsfeld dieser biologischen Teildisziplin zu dokumentieren. Doch verwahren naturkundliche Museen in ihren Magazinen auch eine Vielzahl von Präparaten, die die Vielfalt der Tierwelt eindrucksvoll widerspiegeln. Am Schnittpunkt von Biologie, Geographie und Paläontologie untersucht dieser Band die Möglichkeiten, anhand von Objekten die Verteilung der Fauna über Raum und Zeit zu dokumentieren.
In den wissenschaftlichen Sammlungen der Jenaer Universität finden sich Objekte und Präparate, die im Zuge der Kolonisierung Namibias durch das Deutsche Reich beschafft wurden. Hierzu gehören auch menschliche Überreste. Zum Einsatz kamen... more
In den wissenschaftlichen Sammlungen der Jenaer Universität finden sich Objekte und Präparate, die im Zuge der Kolonisierung Namibias durch das Deutsche Reich beschafft wurden. Hierzu gehören auch menschliche Überreste. Zum Einsatz kamen solche prekären Objekte in Disziplinen wie der Zoologie, der Anatomie und Anthropologie sowie der Geografie und Ethnografie. Um die Herkunft dieser Überreste zu erkunden, ist eine akribische Provenienzforschung nötig. Sie fördert das koloniale Erbe deutscher Wissenschaftsinstitutionen zutage. Am Beispiel eines Präparats aus der Lehrsammlung des Jenaer Instituts für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie loten die Autorin und der Autor dieses Bandes die Möglichkeiten und Grenzen postkolonialer Provenienzforschung aus.
Botanische Pflanzenbelege bewahren einen faszinierenden Fundus an Geschichten. Versammelt sind in ihnen nicht allein Informationen zum ursprünglichen Wuchsort der Pflanze sowie ihrem nachfolgenden Weg durch verschiedene Sammlerhände in... more
Botanische Pflanzenbelege bewahren einen faszinierenden Fundus an Geschichten. Versammelt sind in ihnen nicht allein Informationen zum ursprünglichen Wuchsort der Pflanze sowie ihrem nachfolgenden Weg durch verschiedene Sammlerhände in ein Herbarium. Bei genauem Hinsehen erzählen sie stets auch etwas über die Entwicklung ganzer naturwissenschaftlicher Disziplinen. Anhand von neun verschiedenen Herbarblättern will der vorliegende Band zeigen, wie sich im Herbarium, dem ganz alltäglichen Instrument botanischer Forschung, die Wege von Wissens- und Wissenschaftsgeschichte spiegeln.
Mit der Diasammlung des Kunstgeschichtlichen Seminars an der Universität Hamburg gelangt eine der weltweit größten Sammlungen dieser Art in den Blick. Anhand einer Vielzahl archivalischer Dokumente, die hier erstmals präsentiert werden,... more
Mit der Diasammlung des Kunstgeschichtlichen Seminars an der Universität Hamburg gelangt eine der weltweit größten Sammlungen dieser Art in den Blick. Anhand einer Vielzahl archivalischer Dokumente, die hier erstmals präsentiert werden, wird die wechselvolle Geschichte einer Sammlung beleuchtet, die so bedeutende Kunsthistoriker wie Erwin Panofsky und Wolfgang Schöne aufgebaut und fortlaufend erweitert haben. In einem Ausblick werden mögliche Nutzungen des Bestandes nach überstandener Entsammlungs-Krise erörtert.
Von der ersten Idee bis zur gedruckten Karte gehört es zur Aufgabe des Kartographen, ein weites Spektrum von Kulturtechniken zu beherrschen: Messen, Zählen, Sammeln, Vergleichen, Auswählen, Abstrahieren, Projizieren, Zeichnen, Gravieren,... more
Von der ersten Idee bis zur gedruckten Karte gehört es zur Aufgabe des Kartographen, ein weites Spektrum von Kulturtechniken zu beherrschen: Messen, Zählen, Sammeln, Vergleichen, Auswählen, Abstrahieren, Projizieren, Zeichnen, Gravieren, Revidieren, Drucken und Vermarkten. Ihr gemeinsamer Fluchtpunkt ist die Veranschaulichung einer Idee von der Welt. Mit vierzehn Beiträgen wird die Tür zur Werkstatt des Kartographen geöffnet, um ein Laboratorium zur visuellen Welterzeugung zu betreten. Anhand kritischer Rekonstruktionen sollen die Motive und Interessen bestimmt werden, die den kartographischen Praktiken seit dem frühen 19. Jahrhundert dienen. Ein in diesem Band erstmals veröffentlichter Lebens- und Arbeitsbericht des Gothaer Kupferstechers August Kramer erlaubt einen faszinierenden Einblick in eine kartographische Werkstatt aus der Zeit um 1900.
Bildern wird überraschend viel zugetraut. Hinter der vielfach erhobenen Rede von der Macht der Bilder steht eine noch wenig erforschte Faszination für die Kraft von Bildmedien, die sich kaum in den engen Grenzen eines Bilderrahmens, einer... more
Bildern wird überraschend viel zugetraut. Hinter der vielfach erhobenen Rede von der Macht der Bilder steht eine noch wenig erforschte Faszination für die Kraft von Bildmedien, die sich kaum in den engen Grenzen eines Bilderrahmens, einer Kinoleinwand oder eines Bildschirms bändigen lässt. Die Beiträge dieses Bandes, die von der Kunstgeschichte bis zur Kulturwissenschaft, von der Astrophysik bis zur Philosophie und Medienwissenschaft reichen, erörtern die vielfältigen Phänomene einer Transgression solcher Rahmungen. Das gemeinsame Interesse richtet sich hierbei auf Formen der Überschreitung des Visuellen und deren ästhetische, epistemologische, soziale und medientheoretische Funktionen; kurz: auf maßlose Bilder.
Modelle sind unverzichtbare Werkzeuge unseres Denkens, Erkennens und Handelns. Als Bildkörper des Wissens steuern visuelle Modelle unsere Orientierung in der Welt. Sie geben Dingen, die selbst flüchtig, komplex oder unbestimmt sind, eine... more
Modelle sind unverzichtbare Werkzeuge unseres Denkens, Erkennens und Handelns. Als Bildkörper des Wissens steuern visuelle Modelle unsere Orientierung in der Welt. Sie geben Dingen, die selbst flüchtig, komplex oder unbestimmt sind, eine manifeste Gestalt. Doch entfalten Modelle aufgrund ihrer konkreten Eigenschaften eine nur schwer zu bändigende visuelle Kraft. Ihre Anschaulichkeit besitzt ein Eigenleben: Modelle legen bestimmte Interpretationen nahe und schließen andere aus. An Modelle muss daher stets die Frage nach Gewinn und Verlust für unsere Wahrnehmung und Erfahrung gestellt werden. Die Interpretation von Modellen ist immer auch eine Interpretation unserer eigenen Wahrnehmung. Daher sind visuelle Modelle stets zugleich Modelle der Visualität.
Das, was wir ,Bilder‘ nennen, ist keine sehr einheitliche Gemeinschaft. Aber trotzdem scheinen sie alle miteinander in Verbindung zu stehen. Ein Ölgemälde und ein Diagramm, ein Radarbild und eine Madonnenfigur, eine Landkarte und eine... more
Das, was wir ,Bilder‘ nennen, ist keine sehr einheitliche Gemeinschaft. Aber trotzdem scheinen sie alle miteinander in Verbindung zu stehen. Ein Ölgemälde und ein Diagramm, ein Radarbild und eine Madonnenfigur, eine Landkarte und eine Mandelbrot-Menge erschließen sich uns auf sehr verschiedenen Wegen. Bildlichkeit ist kein Merkmal, das überall die gleiche Form annimmt und das überall auf gleiche Weise wahrnehmbar ist. Die Fragen der Bildwissenschaft richten sich daher nicht auf das Bild im Singular, sondern auf das weit gespannte Netz von Bildverwandtschaften, welches sie alle als eine Welt des Sichtbaren zusammenhält.
In this volume, leading scholars of photography and media examine photography’s vital role in the evolution of media and communication in the nineteenth century. In the first half of the nineteenth century, the introduction of... more
In this volume, leading scholars of photography and media examine photography’s vital role in the evolution of media and communication in the nineteenth century.
In the first half of the nineteenth century, the introduction of telegraphy, the development of a cheaper and more reliable postal service, the rise of the mass-circulation press, and the emergence of the railway dramatically changed the way people communicated and experienced time and space. Concurrently, photography developed as a medium that changed how images were produced and circulated. Yet, for the most part, photography of the era is studied outside the field of media history. The contributors to this volume challenge those established disciplinary boundaries as they programmatically explore the intersections of photography and “new media” during a period of fast-paced change. Their essays look at the emergence and early history of photography in the context of broader changes in the history of communications; the role of the nascent photographic press in photography’s infancy; and the development of photographic techniques as part of a broader media culture that included the mass-consumed novel, sound recording, and cinema.

Featuring essays by noteworthy historians in photography and media history, this discipline-shifting examination of the communication revolution of the nineteenth century is an essential addition to the field of media studies.

In addition to the editors, contributors to this volume are Geoffrey Batchen, Geoffrey Belknap, Lynn Berger, Jan von Brevern, Anthony Enns, André Gaudreault, Lisa Gitelman, David Henkin, Erkki Huhtamo, Philippe Marion, Peppino Ortoleva, Steffen Siegel, Richard Taws, and Kim Timby.
The history of photography is more than just a variety of techniques, materials, motives and styles. We the spectators of photographs, also figure as a crucial part of that history. What can be perceived in a photograph is shaped in a... more
The history of photography is more than just a variety of techniques, materials, motives and styles. We the spectators of photographs, also figure as a crucial part of that history. What can be perceived in a photograph is shaped in a far-reaching manner by our own expectations and assumptions of photography’s capacity to show us something. Thus we continue to make use of techniques of observation that were established in the medium’s formative years. Looking at these pictures can be seen as an operation that deals with a tension between resolution and decomposition. In the end, our interest in the microstructure of photographic imagery produces visual forms without any denotation.

Die Geschichte der Fotografie formiert sich nicht allein anhand der Vielfalt verschiedener Techniken und Materialien, Motive und Stile. Ein wesentlicher Teil dieser Geschichte sind wir selbst – als die Betrachter fotografischer Bilder. Denn das, was sich auf einer Fotografie sehen lässt, wird auf weitreichende Weise durch unsere eigenen Erwartungen und Annahmen über die Leistungskraft eben dieser Bilder geprägt. Zum Einsatz gelangen hierbei noch immer Techniken der Betrachtung, die sich bis in die Anfangsphase fotografischer Bildlichkeit zurückverfolgen lassen. Bildersehen wird hierbei als eine Handlung verständlich, die sich in doppelter Weise auf die Auflösung der Fotografie richtet: zunächst als Merkmal der Mikrostruktur des Bildes; schließlich aber als ein Effekt, der gerade diese Formen in ein bedeutungsloses Rauschen überführt.
In den medientheoretischen Debatten um die Referenzialität der Photographie stand vorderhand das im Bild Sichtbare als ein »Bruchstück der Wirklichkeit« im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die hierbei gestellten Fragen nach den Optionen von... more
In den medientheoretischen Debatten um die Referenzialität der Photographie stand vorderhand das im Bild Sichtbare als ein »Bruchstück der Wirklichkeit« im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die hierbei gestellten Fragen nach den Optionen von Einschluss und Ausschluss, von Detail und Ganzem lassen sich, wie in diesem Artikel gezeigt werden soll, jedoch nur dann sinnvoll diskutieren, wenn als dritte Kategorie Bildtechniken des visuellen Anschlusses in den Blick genommen werden. Denn von entscheidender Bedeutung für eine Ästhetik des photographischen Bildes ist sein Jenseits, das durch Rahmen und Ränder nicht abgeschnitten, sondern potenziell sichtbar gehalten wird. Anhand jüngerer photographischer Arbeiten der Künstler David Hockney, Jan Wenzel und Peter Hendricks wird dieses latente Verhältnis von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Präsenz und Absenz betrachtet und als eine Ästhetik potenzieller photographischer Bildlichkeit näher bestimmt.
Als wesentliche Aufgabe der Architekturbetrachtung bestimmte Walter Benjamin nicht allein ein blosses Sehen, sondern vielmehr ein „Durchspüren von Strukturen“. Der Darstellung von Architektur, heisst dies, soll ein Moment der... more
Als wesentliche Aufgabe der Architekturbetrachtung bestimmte Walter Benjamin nicht allein ein blosses Sehen, sondern vielmehr ein „Durchspüren von Strukturen“. Der Darstellung von Architektur, heisst dies, soll ein Moment der Visualisierung unsichtbarer Strukturen zu Eigen sein. Ausgehend von dieser These Benjamins wird, mit Blick auf eine weiter gefasste Theorie visueller Modellbildung und anhand photographischer Innenraum-Darstellungen in der zeitgenössischen Kunst, das Zusammenspiel von Bildmedium und Rezeption durch den Betrachter erörtert. Im Mittelpunkt steht hierbei Irina Jansens Photoserie „Bild_Raum“ (2006), in welcher ein trügerisches Spiel mit den ästhetischen Mitteln des photographischen Dokumentarismus entfaltet wird. Im Vergleich mit Arbeiten von Candida Höfer, Thomas Demand und Oliver Boberg soll hierbei Jansens Verfahren eines topoklastisch motivierten Ludismus beschrieben werden. Dieses hat eine Entgrenzung vertrauter räumlicher Strukturen zum Ziel und dient dabei zugleich als ein Modell für alternative visuelle Erfahrungen von (Bild-)Räumen.
When the Americanmedia artistHasan Elahi launched his personalwebsitewww.trackingtransience.net, he had two different purposes inmind. Primarily, to exploit contemporary lifecasting and webcam techniques that became popular in the 1990s.... more
When the Americanmedia artistHasan Elahi launched his personalwebsitewww.trackingtransience.net, he had two different purposes inmind. Primarily, to exploit contemporary lifecasting and webcam techniques that became popular in the 1990s. Second, in a reversal of conceptual differences like private/public, open/secret or discreet/indiscreet, Elahi puts his everyday life on public display in order to reclaim his personal privacy, which seems to be constantly threatened by government surveillance. This article discusses Elahi’s artistic devices as a means of escaping the dichotomy of surveillance/sousveillance as well as establishing the paradoxical condition of public privacy.
Das Interesse an Beschaffenheit und Aufbau, an Proportion und Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Körpers eint den studierenden Blick von Anatomen und Künstlern. Sind die äußeren Formen eines Körpers dem Auge hierbei mühelos erreichbar, so... more
Das Interesse an Beschaffenheit und Aufbau, an Proportion und Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Körpers eint den studierenden Blick von Anatomen und Künstlern. Sind die äußeren Formen eines Körpers dem Auge hierbei mühelos erreichbar, so bleibt ein eingehendes Studium des Körperinneren in der Frühen Neuzeit stets ein voraussetzungsreiches Unternehmen. Die visuelle Wahrnehmung des Körperinneren und das Wissen um diese anatomische Dimension sind daher an Prozesse methodischer Dekonstruktion des Körpers gebunden, für welche der Einsatz von Bildmedien unverzichtbar ist. Erst mit Hilfe dieser Bildmedien lässt sich der Körper in verschiedene physische Systeme differenzieren. Einblick in das Innere des menschlichen Körpers zu gewinnen heißt in der Frühen Neuzeit daher, Sehen als ein Bildproblem und damit als eine Frage nach den medialen Konstruktionsbedingungen von Sichtbarkeit zu begreifen. Die hieran anschließenden Versuche einer visuellen Rekonstruktion des Körpers in Anatomie und bildender Kunst erweisen sich in ihrer Ausrichtung als komplementär.
It may sound strange at first; the combination of words just doesn’t seem to fit properly: Playing the Photograph. And it is supposed to. How does one play a photograph? Like playing cards maybe, the ace of spades or even the joker? But... more
It may sound strange at first; the combination of words just doesn’t seem to fit properly: Playing the Photograph. And it is supposed to. How does one play a photograph? Like playing cards maybe, the ace of spades or even the joker? But then, what are the rules and are there rules at all? What would it mean to cheat while playing a photograph? Maybe photographing is to be understood more like throwing dice — whatever one tries to capture, in the end it’s often pure luck that decides upon success or failure and how decisive the moment actually is? Unlike “Photography and Play”, our interest in “Playing the Photograph” does not suggest having a de nite answer to the multitude of such questions. Playing, here, is not supposed to point to a self-contained field of study that intercepts with that of photography. Instead, the articles in this issue direct our gaze to the diversity of sometimes rivalling understandings of play — be they aleatoric or strategic, childish or subversive — and they ask what practices of photographic play could look like.

More Information: http://www.eshph.org/journal/
Research Interests:
Berichtet wird von der Tätigkeit des „Laboratoriums der Objekte“, das von 2013 bis 2015 mit Unterstützung der Stiftung Mercator an der Friedrich-Schiller-Universität Jena eingerichtet werden konnte. Dargestellt werden hierbei vor allem... more
Berichtet wird von der Tätigkeit des „Laboratoriums der Objekte“, das von 2013 bis 2015 mit Unterstützung der Stiftung Mercator an der Friedrich-Schiller-Universität Jena eingerichtet werden konnte. Dargestellt werden hierbei vor allem Zielsetzung und inhaltliche Ausrichtung dieser Projektgruppe, die sich nicht einzelnen Sammlungsbeständen verpflichtet fühlte, sondern vielmehr in Form thematischer Querschnitte alternative Fragen an die Jenaer Universitätssammlungen stellen wollte. Wesentliches Ergebnis ihrer Tätigkeit ist eine eigene Schriftenreihe „Laborberichte“, die seit 2014 erscheint. Die bislang vorliegenden Bände werden abschließend kurz vorgestellt.